Erlebnisbericht: Schnupperstudium TUHH 2020

Am 18. und 19.02.2020 fand an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) das Schnupperstudium statt.

Ich habe an beiden Tagen des Schnupperstudiums an der TUHH teilgenommen und möchte mit Euch hier meine Erfahrungen teilen.

Das Schnupperstudium besteht aus 45 Minuten langen Schnuppervorlesungen der Professoren, einer Infobörse, Unternehmensführungen sowie weiterem Rahmenprogramm.

Morgens um 09:00 Uhr geht es los mit allgemeinen Informationen rund um das Studium an der TUHH. Wer sich vorher noch nicht mit einem Universitätsstudium beschäftigt hat und einen generellen Überblick über die TU erhalten möchte bekommt diesen hier. Wer sich bereits vorab informiert hat kann aber auch ruhig etwas länger schlafen. Richtig los geht es ab 10:00 Uhr, wenn die Schnuppervorlesungen beginnen. Da immer zwei Vorträge gleichzeitig stattfinden muss man hier Prioritäten setzen. Außerdem ist das Programm auf zwei Tage aufgeteilt, was bedeutet, dass es sinnvoll sein kann an beiden Tagen dabei zu sein. 2019 war ich in den Vorlesungen zu Informatik-Ingenieurwesen, Elektrotechnik und Technomathematik. In diesem Jahr die Vorlesungen zu Allgemeine Ingenieurswissenschaften (AIW) und erneut die Elektrotechnik besucht.  In den Schnuppervorlesungen geben die Professoren in 45 Minuten eine meist eine sehr interessante Mustervorlesung zu einem Thema ihres Fachgebiets (bei Elektrotechnik z.B. Funktionsweise und Geschichte zum Transistor) anschließend gibt es allgemeine Informationen zu dem Studiengang, wie z.B. welche Voraussetzungen man erfüllen sollte und was für Berufsaussichten (oder weitere Studienmöglichkeiten) man nach dem Bachelorstudium hat. Jeder Professor hat dabei einen unterschiedlichen Ansatz, um für seinen Studiengang zu werben. Ich kann jedem empfehlen sich mehrere Schnuppervorlesungen anzuschauen, da vielleicht doch ein anderer Studiengang besser zu einem passen könnte.

Wenn man sich nach den Vorlesungen weiter über einen Studiengang oder das Studieren an der TUHH generell informieren möchte, kann man auf einer Info-Börse von Studenten und Mitarbeitern der TUHH weitere Informationen erhalten.

Der zweite Teil des Schnupperstudiums hat wenig mit dem Studieren an sich zu tun, sondern mit den Unternehmen die nach dem Studium (bzw. bei einem Dualen Studium schon während) der Arbeitgeber sein könne. An beiden Tagen bietet die TUHH Unternehmensführungen, für die man sich im Voraus anmelden muss (Fristen beachten!), an. Dieses Jahr waren das der Halbleiterhersteller NXP Semiconductors, die Lufthansa Technik, der Norddeutsche Rundfunk und der Stapler- und Flurförderfahrzeughersteller Jungheinrich.

Ich selbst habe an den Unternehmensführungen bei Lufthansa Technik und Jungheinrich teilgenommen.

Bei Lufthansa Technik haben wir die Lufthansa Basis am Hamburger Flughafen besucht. Bevor man sich auf das gewaltige Gelände der Lufthansa begibt bekommt man vom Guide in einem recht langen aber interessanten Vortrag mit Zahlen und Fakten zum Lufthansa Konzern und erfährt, dass die Lufthansa Technik in Hamburg sich auf die weltweite Ersatzteilelogistik und die Wartung sowie Umrüstung von VIP-Flugzeugen spezialisiert hat. Unser Guide war ein älterer und sehr erfahrener Mitarbeiter, der einen spannenden Lebenslauf vorzuweisen hat. Etliche Jahre war er verantwortlich für die Privatjets von Königen, Scheichs und Superreichen. Die zahlreichen Anekdoten über Gespräche mit Scheich und deren extravaganten Wünschen waren sehr unterhaltsam und geben einen Einblick in die Parallelwelt der Superreichen. Nach einer Sicherheitskontrolle, die Notwendig ist, da die Lufthansa Basis sich auf Flughafengelände befindet, wurden wir durch die historische Wartungshalle geführt und konnten die Maschine des thailändischen Königs bei der Wartung sehen. Die gewaltige Triebwerkshalle, in der auch jeder noch so unspektakuläre Metallring Millionen wert ist, macht nur aufgrund der schieren Größe Eindruck.

Der Stapler- und Flurförderfahrzeughersteller Jungheinrich hat sein Werk in Norderstedt. Bei der Anreise mit der Bahn fährt man direkt an den Produktionshallen vorbei und bekommt so schon einen ersten Eindruck von der Größe des Geländes. Ein Mitarbeiter, der sich bereits im Ruhestand befindet, führt einen durch die Produktionsstätte in der Jungheinrich Stapler mit über 10 Meter Arbeitshöhe baut. Was einem sehr schnell auffällt ist die Tatsache, dass man nur sehr wenige Mitarbeiter in den riesigen Hallen sieht. Jungheinrich setzt sehr stark Vollautomatisierung Produktion und seine eigenen Produkte in der Produktion. Unser Guide konnte jeden Mitarbeiter grüßen, den wir in den Hallen begegnet sind und es machte schon fast den Eindruck als wären wir an einem Feiertag da.

Ich habe während der beiden Tage viel gelernt und konnte mir dank der Schnuppervorlesungen guten Einblick über die Studiengänge verschaffen und weiß nun viel genauer, in welche Richtung es nach dem Abitur gehen soll. Die Unternehmensführungen sind sehr eindrucksvoll gewesen und lassen sich durch Dokumentationen oder Reportagen nicht annährend so erleben. Insbesondere die Vorlesung zu allgemeinen Ingenieurswissenschaften (AIW) ist für jeden, der sich nicht sicher ist welche Studienrichtung an TUHH für Ihn die richtig ist, den Besuch wert. Die Elektrotechnikvorlesung von Dr. Wieland Hingst kann ich Physik- und Elektronikinteressierten nur ans Herz legen, da diese sehr lehrreich und unterhaltsam aufgebaut ist (Plot-Twist inklusive :-)).

Ich kann die Schnupperstudientage jedem technisch und/oder ingenieurswissenschaftlich Interessierten nur weiterempfehlen!

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